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Ehrenamtliches Engagement: 37 Wiedereintritte in die Kirche
Gottesdienst: 500 Tage Wiedereintrittsstelle als "seelsorglicher Außenposten"

Dies ist nicht typisch, so der Wetzlarer Altsuperintendent, Pfarrer Rainer Kunick, der gemeinsam mit Frau Stiewink die Wiedereintrittsstelle leitet und deren theologischer Ansprechpartner er ist. Der größte Teil der Menschen, die in die Kirche zurückkehren wollen, sei zwischen 25 und 45 Jahren und komme gezielt in den Kirchenpavillon. Erich Ausländer gehört zur Gruppe der 50 bis 70-Jährigen, die etwa ein Drittel der Wiedereingetretenen ausmache.

In seiner Predigt sagte Kunick, heilige Orte hätten Konjunktur. Manager wurden ins Kloster gehen, um sich selbst und Gott zu finden. Er verwies auch auf den großen Zuspruch, den der Jakobsweg auf heutige Zeitgenossen ausübe. Auch der Kabarettist und Fernsehmoderator Hape Kerkeling habe sich auf den Weg begeben, Gott zu finden auf dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. Dabei wies er auf das vielbeachtete Buch "Ich bin dann mal weg" des Moderators hin. "Wir Menschen brauchen das immer wieder, Orte und Stellen der Begegnung und Einkehr", so Kunick. Anhand eines Kunstwerkes aus der Braunfelser Schlosskirche zum Traum des biblischen Erzvaters Jakob von der Himmelsleiter erläuterte Kunick, dass auch heute der Himmel offen stehe und die Menschen Zugang hätten durch Jesus Christus. "Gott gibt sich zu erkennen. Entdecken wir Christus an unserer Seite und den offenen Himmel über uns", so Kunick.

Seit 500 Tagen hat die Wiedereintrittsstelle der evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar geöffnet. Das war jetzt Anlass zu einem Gottesdienst in der Hospitalkirche. Rund 70 Besucher feierten gemeinsam diese Einrichtung. Nach Angaben der Öffentlichkeitsreferentin Heidi J. Stiewink haben bislang 37 Personen in dem Kirchenpavillon im Gemeindehaus der Hospitalkirche im Haus der Kirche und Diakonie (Langgasse) ihren Wiedereintritt vollzogen. Weitere Besucher seien dazu ermutigt worden, bei ihrem Gemeindepfarrer erneut in die Kirche einzutreten.

21 theologische und nichttheologische Ehrenamtliche sind während der Öffnungszeiten für die Besucher da. Frau Stiewink nannte die Einrichtung einen "seelsorglichen Außenposten der Kirchenkreise". Hier fänden Menschen einen einladenden Ort zum Verweilen, zum Gespräch, zum Kauf christlicher Literatur und Symbole. Die Wiedereintrittsstelle ist von Montag bis Donnerstag jeweils vormittags zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Zusätzlich hat sie auch Montags und Freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr offen. Auch an jedem ersten und dritten Samstag im Monat können Besucher zwischen 10 und 12 Uhr wiedereintreten oder im Laden einkaufen sowie nach Vereinbarung.

Erst im Februar ist der 60-jährige Erich Ausländer aus Braunfels im Kirchenpavillon wieder in die evangelische Kirche eingetreten. Zur Kirchengemeinde in Braunfels hatte er bereits Kontakt und gehörte zu den Gottesdienstbesuchern. Während seines Arbeitslebens wohnte der Rentner im Westerwald in einer mehrheitlich katholischen Region. So war er zur katholischen Kirche konvertiert, hat aber jetzt wieder zur evangelischen zurückgefunden.
 

Bild von links: Alt-Superintendent Rainer Kunick, Erich Ausländer und die Öffentlichkeitsreferentin Heidi J. Stiewink in der Wiedereintrittsstelle im Haus der Kirche und Diakonie.

Der Gottesdienst wurde von Mitarbeitern aus der Wiedereintrittsstelle gestaltet. Für die musikalische Begleitung sorgten Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn sowie der Leiter des Diakonischen Werkes, Mathias Rau, am Keyboard, der Eva Hedrich (Gesang) bei modernen geistlichen Liedern begleitete. .

Evangelischer Kirchenkreis Braunfels - Fon: 06446/595  - Email: info@wiedereintritt-braunfels-wetzlar.de

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